Lucid Air: Preise und erster Showroom

Lucid Motors öffnet seinen ersten Showroom in München. Wer bekommt die ersten Lucid Air in Europa, und was kosten sie?

Björn Tolksdorf
Björn Tolksdorf
Mit der Eröffnung des ersten Showroom in München startet die Marke Lucid ihr Europa-Geschäft. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2022 ausgeliefert werden [Bildquelle: Lucid Motors]

Neue Konkurrenz für Tesla Model S und Mercedes EQS: Der US-Autohersteller Lucid Motors eröffnet seinen ersten Showroom in Deutschland. Am Odeonsplatz in München können Interessierte sich einen persönlichen Eindruck der rein elektrisch angetriebenen Luxuslimousine Lucid Air machen. Das Modell lässt sich bereits vorbestellen: Lucid nimmt nach eigenen Angaben derzeit Reservierungen aus Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Monaco, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich entgegen. Die Reservierungsgebühr beträgt 300 Euro.

Mit der voll erstattungsfähigen Reservierungsgebühr erkaufen sich Interessierte einen Platz auf der Warteliste für eine der drei Versionen Lucid Air Pure, Touring oder Grand Touring. Zum Europa-Auftakt wird Lucid allerdings nur einige wenige Fahrzeuge ausliefern. Wer bereits auf der Warteliste steht und in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz oder Norwegen lebt, kann sich Hoffnungen auf ein Exemplar der voll ausgestatteten Lucid Air Dream Edition machen – entweder in der Performance-optimierten P-Version oder in der auf maximale Reichweite ausgelegten R-Version.

Lucid Air: Preise und technische Daten

Ein billiger Spaß wird der Lucid Air nicht: Die Luxuslimousine soll später einmal bei rund 100.000 Euro starten. Die vollausgestattete Dream Edition wird deutlich teurer. Sie kostet in Deutschland 218.000 Euro. Damit kommt der Lucid Air für die Bafa-Prämie nicht in Frage. Die Grenze dafür liegt aktuell bei 60.000 Euro. Zum Vergleich: Der Mercedes EQS startet derzeit bei 97.806 Euro. Das Tesla Model S ist derzeit nicht bestellbar, soll aber rund 102.000 Euro kosten, sobald die neue Version lieferbar ist.

Der Lucid Air befindet sich preislich also auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb. In der Basis verfügt der 4,98 Meter lange Lucid Air über eine 88-kWh-Batterie sowie über einen Heckmotor mit 358 kW (487 PS). Die Reichweite soll im US-Zyklus gemessen rund 653 km betragen. Die Bordspannung des Lucid Air beträgt 924 Volt und soll sehr schnelle Ladegeschwindigkeiten erlauben. An einer 300-kW-Säule beispielsweise saugt der Lucid Air Strom für 480 Kilometer Reichweite in 20 Minuten.  Die zunächst angebotene Dream Edition ist nicht nur deutlich teurer, sondern auch stärker. Der Antriebsstrang leistet 828 kW (1.125 PS), der Akku fasst 112 Kilowattstunden. Lucid erwartet, dass damit nach der in Europa gültigen WLTP-Messung eine Reichweite von 900 Kilometern möglich ist.

Technische Daten – Lucid Air Dream Edition
ModellLucid Air Dream Edition
Motor/AntriebArrad (Dual Motor)
Leistung828 kW (1.125 PS)
Drehmoment1.390 Nm
Geschwindigkeit270 km/h
0-100 km/h2,7 s
Verbrauchn.n.
Akkukapazität112 kWh
Reichweiteca. 900 km (WLTP)
Preis218.000 Euro
Dem ersten Lucid-Verkaufsraum am Münchener Odeonsplatz folgen weitere - in Deutschland und in anderen Ländern [Bildquelle: Lucid Motors]

So geht es weiter für Lucid: Probleme, Aktie, Rückruf

Lucid Motors mit Sitz in Newark (Kalifornien) will seine Präsenz in Europa nach Eröffnung des ersten Stores in München ausbauen. Noch in diesem Jahr sollen weitere Showrooms in Deutschland öffnen, ebenso in den Niederlanden, Norwegen und der Schweiz. Weitere Länder folgen danach. Rückschläge bereiten Lucid dennoch Sorgen: Im Winter 2022 brach die Aktie von Lucid Motors deutlich ein, von 45 US-Dollar auf 25 US-Dollar Zuletzt (Mai 2022) stand sie bei nur noch 13 US-Dollar.

Lässt sich der jüngste Absturz auf den allgemeinen Trend der Börsen zurückführen, gilt der Einbruch im Februar 2022 gilt als hausgemacht. Die Finanzkennzahlen von Lucid Motors enttäuschten Anleger. Auch das Produktionsziel für 2022 korrigierte Lucid Motors nach unten. Statt 20.000 Fahrzeugen im Jahr sollen nur noch 12.000 bis 14.000 der luxuriösen E-Limousinen gebaut werden. Zudem sorgte in den USA ein Rückruf wegen fehlerhafter Stoßdämpfer für Schlagzeilen.

Trotz dieser Probleme gilt Lucid weiter als aussichtsreiche neue Automarke. CEO Peter Rawlinson ist der Vater des Tesla Model S und kennt sich daher bestens mit elektrischen Luxuslimousinen aus, die Produktion leitet der Deutsche Peter Hochholdinger. Er sammelte Erfahrungen in der Massenproduktion bei Audi und verantwortete außerdem bei Tesla den Hochlauf der Produktion des Model 3. Größter Aktionär von Lucid Motors ist der Staatsfonds von Saudi-Arabien. Das Land hatte im April 2022 50.000 Lucid Air bestellt, mit Option auf eine zweite Bestellung in gleicher Größenordnung.

Lucid Air: Die rund fünf Meter lange Luxuslimousine soll später einmal rund 100.000 Euro kosten - mindestens [Bildquelle: Lucid Motors]

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