Österreichs Klimaticket: 25.000 Vorbestellungen

Österreich führt das Klimaticket ein. Die Jahreskarte ist begehrt, sie gilt für sämtliche ÖPNV-Angebote des Landes und kostet nur drei Euro pro Tag.

Eine Frau sitzt in einem Zug und hält ihr Zugticket in die Kamera
Beitrag zum Klimaschutz: Das Klimaticket soll Autofahrern den Umstieg auf den ÖPNV erleichtern [Quelle: Picture-Alliance | Roland Schlager]

Seit dem ersten Oktober können die Österreicher das sogenannte „Klimaticket“ vorbestellen. Voraussetzung war die Einigung aller neun Bundesländer Österreichs. Ab Ende Oktober können Inhaber damit sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel, etwa Bus, Tram, S-Bahn, U-Bahn und Züge mit einem einzigen Ticket nutzen. Die Netzkarte soll den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn erleichtern. In den ersten eineinhalb Wochen wurden bereits mehr als 25.000 Karten vorbestellt: „Diese Zahlen belegen ganz deutlich, dass viele Menschen klimafreundlich und günstig unterwegs sein möchten“, sagte Infrastrukturministerin Leonore Gewessler.

Das Landesweite Ticket kostet 1.095 Euro – etwa drei Euro pro Tag. Minderjährige und Senioren erhalten einen Rabatt, sie zahlen nur 821 Euro. Für Familien gibt es ein spezielles Angebot: Für 1.205 Euro fahren bis zu vier Kinder zwischen 6 und 15 Jahren mit. Zum Vergleich: in Deutschland kostet die Bahncard 100 der Deutschen Bahn, die die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sowie vieler Privatanbieter einschließt, 4.027 Euro.

Die Österreicher können auch Jahrestickets für einzelne Regionen erwerben. Der Ballungsraum Wien etwa schlägt dann mit 356 Euro zu Buche. Wer nur in Öberösterreich unterwegs ist, zahlt 695 Euro. Ursprünglich wollte Gewessler Jahreskarten für ein Bundesland für einen Euro pro Tag und für ganz Österreich für drei Euro pro Tag anbieten. Während das bundesweite Ticket diesem Plan entspricht, werden fast alle Landestickets mehr kosten als vorgesehen. Die Einführung beginnt am 26. Oktober 2021.

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