Wallbox installieren: Förderung und Kosten

Der Fördertopf für private Wallboxen ist leer. Mit ihm wurden mehr als 800.000 Wallboxen gefördert. Anträge nimmt das KfW erstmal nicht mehr entgegen. Ob und wann es weitergeht, erfahrt ihr hier!

Heiko Dilk

Heiko Dilk

Ein Auto vor der Garage.
Private Wallboxen boomen: Der Staat hat die Förderung bereits zweimal verlängert [Quelle: Daimler AG]

Eigentlich war der Topf schon zweimal leer. Der Bund hatte die Förderung für private Ladestationen für Elektroautos jedoch immer wieder verlängert. Jetzt ist allerdings erstmal Schluss. Der Fördertopf ist leer: „Die Förderung war sehr erfolgreich, die Förder­mittel sind erschöpft. Bitte stellen Sie keinen Antrag mehr“, heißt es auf der Themenseite zur KfW-Förderung. Nach Angaben der KfW gingen insgesamt  825.042 Anträge ein. Ob es weitergeht, und wenn ja, wann, ist derzeit noch unklar. Wie die Förderung bislang funktionierte und was es zu beachten gibt, erfahrt ihr hier!

Wer braucht eine eigene Ladestation?

Die Fördertöpfe stehen bisher für Privatleute oder Haus- bzw. Wohneigentümergemeinschaften zur Verfügung. Zudem können Mieter und Vermieter einen Antrag auf die Wallbox-Förderung stellen. In diesem „KfW-Zuschuss 440“ geht es um die Ladeinfrastruktur an privat genutzten Stellplätzen von Wohngebäuden. Eine gewerbliche Nutzung ist ausgeschlossen. Man muss aber kein Eigenheimbesitzer sein, damit die Förderung interessant wird. Ein eigener Stellplatz genügt.

Ob eine private Ladestation notwendig ist, hängt von der Ladeinfrastruktur in der Wohngegend ab. Wer regelmäßig eine freie Steckdose an der öffentlichen Ladesäule findet, kann womöglich derzeit noch auf die Wallbox verzichten. Andererseits: Jede private Lademöglichkeit entlastet die Infrastruktur für E-Mobilisten ohne Stellplatz – und entspannt im Alltag ungemein.

Was genau wird gefördert?

Gefördert wird der Kauf der Wallbox, die Installation inklusive Arbeiten am Stromanschluss sowie die Kosten für ein Energiemanagement-System, mit dem sich die Ladestation steuern lässt.

Die Wallbox muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sie förderfähig ist:

  • Die Ladeleistung muss 11 kW betragen. Stärkere Ladestationen müssen vom Installateur gedrosselt werden, schwächere sind nicht förderfähig.
  • Die Ladeleistung muss 11 kW betragen. Stärkere Ladestationen müssen vom Installateur gedrosselt werden, schwächere sind nicht förderfähig.
  • Zum Laden darf ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen genutzt werden. Ein „grüner Stromtarif“ muss also her. Wer die Möglichkeiten hat, kann eine eigene Photovoltaikanlage nutzen. Die übrigens auch von der KfW gefördert wird.
  • Eine Liste mit förderfähigen Wallboxen gibt es auf der Internetseite der zuständigen KfW
© Daimler AG
Die KfW unterstütz die Anschaffung von Wallboxen mit bis zu 900 Euro [Quelle: Daimler AG]

Wie hoch ist die Wallbox-Förderung?

Der Staat schießt pauschal 900 Euro für Kauf und Installation der Wallbox zu, die Summe gilt pro Ladepunkt. Eine Wallbox mit zwei Ladepunkten kann also mit 1.800 Euro gefördert werden, für drei Ladepunkte gibt es bis zu 2.700 Euro.

Eine anteilige Förderung bei geringeren Kosten wird nicht gewährt. Wer für Kauf, Einbau und Anschluss weniger als 900 Euro ausgibt, bekommt nichts. Das gilt analog für Wallboxen mit mehreren Anschlüssen: Bleiben die Kosten für zwei Ladepunkte bei weniger als 1.800 Euro, gibt es 900 Euro. Kosten drei Ladepunkte mehr als 1.800 aber weniger als 2.700 Euro, gibt es 1.800 Euro.

Wie beantragt man die Fördergelder?

Die zuständige KfW hat ein Zuschussportal für die Beantragung von Fördergeldern eingerichtet, über das die Antragstellung abgewickelt wird.

  • Hier muss man sich vorab registrieren und den Antrag einreichen, bevor man die Wallbox bestellt. Unter Umständen sind zusätzliche Unterlagen einzureichen. Wer beispielsweise im Namen einer Eigentümergemeinschaft den Antrag stellt, braucht eine Vollmacht derselben und eine Liste der antragstellenden Eigentümer.
  • Nachdem die KfW eine Antragsbestätigung verschickt hat, muss der Antragsteller seine Identität nachweisen. Das kann per Schufa-Identitäts-Check erfolgen, per Video-Identifizierung oder über das Postident-Verfahren.
  • Jetzt erst kann man die Ladestation installieren lassen. Das muss durch einen Fachbetrieb passieren.
  • Zur Bestätigung an die KfW, dass der Fördergrund gegeben ist, müssen nun die Rechnungen über den Kauf und die Installation hochgeladen werden. Außerdem erhebt die KfW einige weitere Daten, um beispielsweise die Kostenentwicklung für Wallboxen im Auge zu behalten.
  • Ist alles erledigt, und sind alle Nachweise eingereicht, braucht die KfW etwa sechs bis acht Wochen für die Bearbeitung. Das Geld wird direkt auf das vom Antragsteller angegebene Konto überwiesen.
© Tesla
Mit 900 Euro Förderung lässt sich der Großteil der Anschaffungskosten für eine Wallbox abdecken [Quelle: Daimler AG]

Reicht die Förderung für alle Kosten?

Wallboxen gibt es bereits für weniger als 500 Euro im Handel. Je nach Anspruch können die Kosten aber deutlich mehr als 1.000 Euro oder gar mehrere tausend Euro betragen. Hier kommt es auf die Ausstattung und auf die Ladeleistung an. Wer mehr als 11 kW wünscht, das wären dann üblicherweise 22 kW, zahlt mehr – und bekommt die Förderung nur bei Drosselung.

Für die meisten Anwender dürfte eine 11-kW-Wallbox im Alltag ausreichen. Da sie „smart“ sein muss, fallen einige günstige Ladestationen allerdings aus der Auswahl. Denn viele Geräte für um die 500 Euro kommunizieren nicht mit dem Stromnetz, so dass eine Ladesteuerung und Leistungsbegrenzung nicht möglich sind. Wer mit 600 bis 700 Euro plant, findet auf jeden Fall eine förderfähige Wallbox, die alle Anforderungen erfüllt.

Zu den Anschaffungskosten kommen die Kosten für Einbau und Anschluss der Ladestation. Diese Positionen können enorm variieren. Eigenheimbesitzer mit Starkstromanschluss in der Garage müssen sich bei der Wahl einer günstigen Wallbox schon fast anstrengen, um den förderfähigen Betrag von mindestens 900 Euro auszugeben. Mieter mit Stellplatz in der Tiefgarage ohne Stromanschluss sollten sich auf erhebliche Kosten einstellen.

Faktoren wie die Entfernung zum Sicherungskasten, eventuell nötige vorbereitende Arbeiten (Mauerdurchbrüche, Grabungen etc.) oder das Verlegen von Leitungen beeinflussen die Kosten genau wie die konkrete Anbringung der Ladestation. So können die Kosten zwischen wenigen 100 Euro und mehr als 2.000 Euro liegen. Eine genaue Aussage lässt sich nur durch einen Fachmann treffen, der die Gegebenheiten vor Ort inspiziert.

Wer die Kosten reduzieren will, sollte sich erkundigen, ob es eventuell regional oder lokal zusätzliche Fördermöglichkeiten neben der Bundesförderung gibt. Manche Bundesländer schießen ebenfalls Geld zu und erlauben die Kombination mit dem KfW-Zuschuss. Bei Stellplätzen in Mehrfamilienhäusern kann es sinnvoll sein, sich mit einem Nachbarn zusammenzutun und mehr als einen Ladepunkt zu installieren. Die Kosten für vorbereitende Arbeiten machen dann pro Ladepunkt einen geringeren Anteil an den Gesamtkosten aus und lassen sich teilen.

© Volkswagen
Für den Bau einer Wallbox müssen Kunden zunächst in Vorleistung gehen, können sich anschließend aber bis zu 900 Euro der Kosten zurückerstatten lassen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind [Quelle: Volkswagen]
Ladepunkte in Europa

Pos.

Land

Ladepunkte

Pkw-Bestand

Pkw/LP

1

Niederlande

82.263

8.938.572

109

2

Norwegen

19.119

2.816.038

147

3

Schweden

13.854

4.887.904

353

4

Luxemburg

1.131

426.346

377

5

Belgien

11.222

5.813.776

518

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