BMW beendet i3-Produktion

Laut Medienberichten will BMW die Produktion des i3 im Sommer einstellen. Die Kapazitäten in Leipzig werden für andere Modelle benötigt.

 

Redaktion
Zu sehen ist der BMW i3 von vorne
Hondas erstes serienmäßige Elektroauto soll stylish sein und bietet mehr Monitorfläche als Dr. Seltsams Kommandozentrale. Mini SE und Fiat 500 e sind die natürlichen Gegner des Honda-e. Was der Kleinwagen mit kleinem Akku sonst so zu bieten hat, steht im Test.

Der BMW i3 ist nicht irgendein Elektroauto: 2013, als er auf den Markt kam, hatte er nur wenig Konkurrenz und wirkte wie vom anderen Stern. Futuristisches Design, eine innovative (und modell-exklusive) Raumökonomie, mutiges Türkonzept – und für die weniger Mutigen einen Range Extender als optionale Ergänzung zur Batterie. Der i3 zeigte, was technisch ging. Auch beim Karosseriebau: BMW entschied sich für eine äußerst kostspielige Carbon-Außenhaut zur Gewichtsreduktion.

Über den BMW-eigenen Sharing-Dienst „Drive Now“ dürften viele deutsche Großstädter im BMW i3 ihre ersten Erfahrungen mit der Elektromobilität gesammelt haben. Nun soll die Produktion im Juli 2022 enden, wie die Automobilwoche berichtet. Dem Bericht zufolge wollte BMW das Modell eigentlich noch bis 2024 bauen, schließlich verzeichnen kompakte Elektroautos derzeit eine hohe Nachfrage. Spätestens dann hätten verschärfte Zulassungsbestimmungen der EU jedoch ohnehin eine Neukonstruktion erfordert: Die ab diesem Zeitpunkt vorgeschriebenen Assistenz- und Sicherheitssysteme lassen sich im angejahrten i3 nicht mehr mit vertretbarem Aufwand nachrüsten.

Zu sehen ist das Cockpit des BMW i3
Das Cockpit des BMW i3 ist minimalistisch, aber modern gestaltet [Bildquelle: BMW]

Fehlende Skaleneffekte, hohe Preise

Nun entschied BMW der Quelle zufolge, dass die Kapazitäten im Werk Leipzig anderweitig benötigt werden. Noch in diesem Jahr will der Hersteller dort den 2er Active Tourer in neuer Generation produzieren, berichtet die Automobilwoche. Ab 2023 folgt zusätzlich der Mini Countryman. Beide Modelle versprechen mehr Volumen als der i3, zumal der Countryman auch als reines Elektroauto auf den Markt kommen wird.

BMW hatte den i3 durch regelmäßige Updates vor allem der Reichweite und der Leistungselektronik attraktiv gehalten. Zunächst mit 22,6 kWh gestartet, wuchs die Akkukapazität 2016 auf 33 kWh und 2018 auf 42,2 kWh. Zu diesem Zeitpunkt verschwand auch die Version mit Range Extender aus dem Programm. BMW befand, dass der i3 nun genug Reichweite hätte und keinen Zweizylinder-Benziner (38 PS) mehr als Hilfsmotor brauche.

Seit 2018 tat sich an der Reichweite des i3 nichts mehr. Teuer blieb er mit 39.000 Basispreis, dies lag vor allem an der aufwendigen und nicht auf andere Modelle skalierbaren Bauweise. Der hauseigene Mini Cooper SE kostet mit ähnlichen Leistungsdaten, aber konventioneller Karosserie aktuell 32.500 Euro. Das Kürzel i3 wird BMW künftig voraussichtlich in seiner 3er-Reihe verwenden.

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