Recycling-Akkus funktionieren manchmal besser als neue

Besser als neu: Laut einer Studie des Worcester Polytechnic Institute halten Recycling-Akkus fürs Elektroauto zum Teil länger als frisch produzierte.

Redaktion
Redaktion
Batterie für den Antrieb eines Elektroautos auf schwarzen Hintergrund
Recycelte E-Auto-Akkus müssen keineswegs qualitativ schlechter sein als neu-produzierte. Das fand das Worcester Polytechnic Institute heraus [Quelle: Adobe Stock]

Die Umweltbilanz von Elektroautos steht und fällt mit dem Akku. Dass die Akkus von Elektroautos recycelbar sind, ist bekannt. Bislang nicht bekannt war, dass Recycling-Akkus keine Nachteile gegenüber „frisch“ produzierten Batterien aufweisen. Das haben nun Forschende des Worcester Polytechnic Institute in Massachusetts, USA, herausgefunden. In einer Studie wiesen sie nach, dass aufbereitete Akkus im Vergleich zu Neu-Batterien keine Leistungseinbußen aufweisen. Teilweise seien sie sogar leistungsfähiger. Das Unternehmen hofft, mit der Studie die Ängste bezüglich der Leistungsfähigkeit von Recycling-Akkus zu mindern.

Für die aufbereiteten Batterien verwendeten die Forschenden demnach Rohstoffe aus recycelten Elektroauto-Batterien. Sie testeten die Funktionsweise der Akkus nach 4.200 und nach 11.600 Ladezyklen. Ein Ladezyklus beschreibt das vollständige Ent- und wieder Aufladen des Akkus. Das Ergebnis: Bei ähnlicher Energiedichte wiesen die Akkus mit recycelten Materialien nach 4.200 Zyklen eine längere Lebensdauer von bis zu 33 Prozent und nach 11.600 Zyklen von bis zu 53 Prozent auf. Laut den Forschenden sei dies auf eine durchlässigere Struktur der recycelten Materialien zurückzuführen. Das mache es den Lithium-Ionen einfacher, zwischen Anode und Kathode zu wandern.

Worcester Polytechnic Institute gründet Recycling-Start-Up

Die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus ist energieintensiv. Zudem benötigen die Hersteller dafür heute zumeist noch seltene Rohstoffe wie etwa Nickel, Mangan oder Kobalt. Die Wiederverwendung dieser kritischen Rohstoffe stellt daher einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherheit der Technik dar. „Da die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien steigt, wird es wichtig sein, Materialien aus gebrauchten Batterien zu recyceln, insbesondere aus Batterien von Elektrofahrzeugen“, sagte Studienleiter Professor Yan Wang.

Die Ergebnisse der Studie zur Leistungsfähigkeit von Recycling-Akkus ermutigten das Worcester Polytechnic Institute nun auch, selbst ein Start-Up zum Thema Batterie-Recycling zu gründen. Denn die Chancen, hier mittelfristig stark zu wachsen, sind hoch. Anfang 2020 soll das Unternehmen mit dem Namen „Battery Rescourcer“ in den USA seine Arbeit aufnehmen. 10.000 Tonnen Akkus wollen sie pro Jahr aufbereiten. Mit zwei weiteren Standorten in Europa plant das Start-Up für Recycling-Akkus ab Ende 2022 mit einer Kapazität von 30.000 Tonnen pro Jahr.

Weiterführende Artikel

Langstreckentest im Mercedes EQE

Der Mercedes EQE orientiert sich an der E-Klasse: Die große Stärke der Elektro-Limousine ist die Langstrecke. Test im Mercedes EQE 350+.

Strom für Coldplay-Tour kommt aus alten BMW-Akkus

Ohne alte BMW-Batterien stünde Coldplay bei der Welttournee im Dunkeln. Der Strom stammt aus ausrangierten i3-Akkus. Der Veranstalter spricht von „Blaupause für die Live-Branche“.

Die Technik der Elektroautos

Elektroautos machen vieles anders als Benziner oder Diesel. Was hinter Begriffen wie Rekuperation oder AVAS steckt, erklärt unser Technik-Überblick zum Elektroauto.

So fährt der Audi Q4 E-Tron (2021)

Kurze Nase, großer Körper und ein Pfeil, der auf der Straße tanzt: Der Audi Q4 E-Tron startet mit viel Platz und innovativer Navigation.

Immer informiert sein?

Abonniere unseren Newsletter!