Bosch: Schadens- und Rauchmelder für Carsharing-Autos

Erlaubt ist es nicht, trotzdem rauchen manche Nutzer*innen im Miet- oder Carsharing-Auto. Bosch sagt den Mietwagen-Rauchern nun den Kampf an – mit einer kleinen Box. Sie erkennt auch Unfallschäden.

Redaktion
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Der Innenraum eines Autos, an der Windschutzscheibe hängt ein Sensor, der den Innenraum daraufhin überprüft, ob jemand raucht
Eine kleine Sensorbox, befestigt an der Windschutzscheibe, überprüft den Innenraum auf Rauch und meldet nach Unfällen Schäden am Auto [Quelle: Bosch]

Wer als Raucher*in in einem geliehenen Auto sitzt und weiß, dass es ein Nichtraucher-Auto ist, verkneift sich selbstverständlich das Rauchen. Und wer in ein geliehenes Auto eine Delle fährt, meldet das in der Regel den Besitzer*Innen. Beim Carsharing läuft das manchmal anders. Wer während der Fahrt qualmt, erfährt in der Regel keine Konsequenzen, weil es die Carsharing-Anbieter nicht mitbekommen. Größere Beschädigungen am Fahrzeug melden Nutzer*Innen zwar, doch kleinere begreifen viele als Kavaliersdelikte. Die Anbieter bleiben meist auf Reparatur- und Reinigungskosten sitzen.

Dafür bietet Bosch den Carsharing-Betreibern nun eine Lösung an. Eine kleine Sensorbox soll Schäden am Fahrzeug erkennen und im Innenraum schnuppern, ob geraucht wurde. Dazu montiert Bosch die Box an der inneren Windschutzscheibe des Sharing-Autos. Über mehrere Sensoren erkennt die kleine Box Zigarettenrauch, aber auch Erschütterungen an der Außenhaut und speichert bei einem Sensorausschlag den Standort des Fahrzeugs und die Uhrzeit. Laut Bosch erkennen die Sensoren selbst leichte Parkrempler. Zudem bleibt das System auch dann aktiv, wenn das Auto unvermietet im Stadtgebiet steht und etwa touchiert wird. So können die Anbieter die Schäden am Fahrzeug besser zuordnen.

Bedarfsgerechtere Reparaturen 

Die Daten übermittelt die kleine Sensor-Box in Echtzeit an eine Cloud. Dort schätzt eine Software die Intensität des Aufpralls ab. Die Algorithmen beziehen dafür auch Fahrdynamikdaten des Fahrzeugs oder Informationen zur Straßenbeschaffenheit mit ein. So erhalten die Carsharing-Anbieter laut Bosch zuverlässige Informationen darüber, ob es sich um einen kosmetischen Schaden handelt oder ob sicherheitsrelevante Teile betroffen sind und das Fahrzeug sofort in die Werkstatt muss. Reparaturen und Reinigungen können so bedarfsgerechter erfolgen. Die Sensor-Box erkennt auch, wo am Fahrzeug ein Schaden entstanden ist – laut Bosch sogar am Unterboden.

Nach eigenen Angaben arbeitet Bosch derzeit innerhalb eines Pilotprojekts zusammen mit großen Sharing-Anbietern aus Asien, Nordamerika und Deutschland an der Serieneinführung. Zum Marktstart erkennt die Sensorbox zunächst Schäden am Fahrzeug und Zigarettenqualm, weitere Funktionen sollen folgen.

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