E-Auto-Förderung: Alles was Du wissen musst

Elektroautos sind noch immer teuer – und sie werden noch immer gefördert. Bis Ende 2022 gibt es bis zu 9.000 Euro Zuschuss. So kommst Du an den Umweltbonus für E-Autos.

Heiko Dilk
Heiko Dilk
Ein Ladeklappe eines Elektroautos mit Stecker
Die Förderung für Elektroautos läuft bis Ende 2022 weitgehend unverändert weiter. Für E-Autos bis zu einem Preis von 40.000 Euro werden weiterhin bis zu 9.000 Euro ausgeschüttet. [Bildquelle: Daimler AG]

Die Verkaufszahlen von Elektroautos steigen stetig. Das liegt zu einem erheblichen Teil an der großzügigen Förderung: Bis zu 9.000 Euro gibt es als Umweltbonus beim Kauf eines E-Autos. 6.000 Euro schießt der Staat zu, 3.000 Euro kommen vom Hersteller. Plug-in-Hybride werden mit bis zu 6.750 Euro gefördert. Diese Regelung war zunächst bis Ende 2021 befristet. Wie das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium von Robert Habeck beschlossen hat, wird sie bis Ende 2022 verlängert.

Wer bereits ein Elektroauto bestellt hat oder gar die Prämie beantragt hat, muss sich also keine Sorgen machen: Er bekommt den erhofften Umweltbonus in bekannter Höhe. Erst ab 2023 soll die E-Auto-Förderung neu geregelt werden. Sie soll dann noch stärker auf Klimaschutz ausgerichtet sein. Vor allem für Plug-in-Hybride dürften schärfere Bedingungen greifen. Doch schon bisher gilt: Für die maximale E-Auto-Prämie müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein. Welche das sind und wie Du an die Förderung kommst, steht hier.

E-Auto-Förderung im Überblick

  • Umweltbonus von bis zu 9.000 Euro für batterieelektrische Autos
  • Brennstoffzellenfahrzeuge werden gefördert wie batterieelektrische E-Autos
  • Plug-in-Hybride werden mit bis zu 6.750 Euro gefördert
  • Weniger Fördergeld für teurere Elektroautos
  • Änderungen für PHEVs bereits ab 2022
  • Umweltbonus auch für gebrauchte E-Autos und PHEVs
  • Beim Leasing gestaffelte Förderhöhe nach Laufzeit

E-Auto-Förderung: Höhe und Voraussetzungen

Die Förderung für Elektroautos besteht bereits seit 2016, aber erst Mitte 2020 nahmen die Neuzulassungen Fahrt auf. Im Juni 2020 beschloss die Bundesregierung die „Innovationsprämie“ und damit eine Verdoppelung ihres Förderanteils von 3.000 Euro auf 6.000 Euro. Die Hersteller schießen wie zuvor bis zu 3.000 Euro netto zu. Die Gesamthöhe der E-Auto-Prämie liegt seither bei bis zu 9.000 Euro.

Die volle E-Auto-Prämie gibt es nur, wenn das Elektroauto mindestens 6 Monate gehalten wird und in der Basisversion nicht mehr als 40.000 Euro netto nach Liste kostet. Kostet es mehr, gibt es weniger Geld. Liegt der Netto-Preis bei mehr als 65.000 Euro, gibt es nichts.

Das gilt ab 2022 für Plug-in-Hybride

Plug-in-Hybride (PHEV) werden mit geringeren Sätzen gefördert, die Preisgrenzen gelten analog. Dazu gibt es weitere Voraussetzungen: Sie dürfen laut Normverbrauch nicht mehr als 50 g CO2/km ausstoßen oder sie müssen über eine elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern verfügen. Allerdings gilt das nicht mehr lange. Bei Anträgen, die ab dem 1. Januar 2022 gestellt werden, muss die Reichweite 60 Kilometer betragen. Ab 2023 soll die CO2-Obergrenze abgeschafft werden und nur noch die Reichweite zählen.

In jedem Fall muss das Wunschfahrzeug auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge (pdf) des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) verzeichnet sein.

Höhe des Umweltbonus beim Kauf
FahrzeugartNetto-ListenpreisBundesanteilHerstelleranteilGesamtprämie
Elektroautobis 40.000 Euro6.000 Euro3.000 Euro9.000 Euro
Elektroauto40.000-65.000 Euro5.000 Euro2.500 Euro7.500 Euro
Plug-in-Hybridbis 40.000 Euro4.500 Euro2.250 Euro6.750 Euro
Plug-in-Hybrid40.000-65.000 Euro3.750 Euro1.875 Euro5.625 Euro

Bei Leasingfahrzeugen erhält man den vollen Umweltbonus erst ab einer Laufzeit von mehr als 23 Monaten, kürzere Laufzeiten werden geringer gefördert. Die Preisgrenzen gelten analog. Liegt die Laufzeit des Leasingvertrags bei 6 bis 11 Monaten zahlt der Bund lediglich 1.500 Euro bei einem Listenpreis unter 40.000 Euro. Kostet der Plug-in zwischen 40.000 und 65.000 Euro, gibt es 1.250 Euro. Der Herstelleranteil beträgt jeweils die Hälfte.

Höhe des Umweltbonus bei Leasing
FahrzeugartNetto-ListenpreisLeasinglaufzeitBundesanteilHerstelleranteilGesamtprämie
Elektroautobis 40.000 Euro6-11 Monate1.500 Euro750 Euro2.250 Euro
Elektroautobis 40.000 Euro12-23 Monate3.000 Euro1.500 Euro4.500 Euro
Elektroauto40.000-65.000 Euro6-11 Monate1.250 Euro625 Euro1.875 Euro
Elektroauto40.000-65.000 Euro12-23 Monate2.500 Euro1.250 Euro3.750 Euro
Plug-in-Hybridbis 40.000 Euro6-11 Monate1.125 Euro562,50 Euro1.687,50 Euro
Plug-in-Hybridbis 40.000 Euro12-23 Monate2.250 Euro1.125 Euro3.375 Euro
Plug-in-Hybrid40.000-65.000 Euro6-11 Monate937,50 Euro468,75 Euro1.406,25 Euro
Plug-in-Hybrid40.000-65.000 Euro12-23 Monate1.875 Euro937,50 Euro2.809,50 Euro
Zu sehen ist eine Frau, die die PHEV A-Klasse an eine Ladesäule anschließt
Plug-in-Hybride werden über 2022 hinaus weiter gefördert. Allerdings werden sie ab Mitte 2023 mindestens 80 Kilometer weit rein elektrisch fahren müssen. Ab Januar 2022 sind 60 Kilometer gefordert oder ein CO2-Ausstoß von weniger als 50 g/km. [Bildquelle: Daimler AG]

So werden gebrauchte Elektroautos gefördert

Der Staat zahlt Käufern von gebrauchten Elektroautos und Plug-in-Hybriden ebenfalls einen Umweltbonus. Allerdings nur, wenn für das Fahrzeug noch keine Förderung ausgeschüttet wurde. Zudem darf das Auto nur maximal 12 Monate erstmals zugelassen gewesen sein. Eine Fahrleistung von 15.000 Kilometern darf nicht überschritten sein. Damit dürfte die Gebrauchtwagen-Förderung für Käufer*innen von Vorführfahrzeugen interessant sein. Also Autos, die bislang auf Händler*innen zugelassen waren.

Zweiter, womöglich wichtigerer Anwendungsfall: Gefördert mit dem Umweltbonus werden auch Fahrzeuge, die in einem anderen EU-Staat erstzugelassen waren. Denn für diese wurde in Deutschland noch keine Umweltprämie ausgeschüttet. Der Antrag für die Förderung muss spätestens 12 Monate nach der Zweitzulassung gestellt werden. Zudem darf der Preis für das Elektroauto oder den Plug-in-Hybrid 80 Prozent des Brutto-Listenpreises des entsprechenden Neufahrzeugs nicht übersteigen.

So funktioniert der Antrag für den Umweltbonus

Das Antragsverfahren für die E-Auto-Förderung erfolgt komplett digital auf der Seite des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft Ausfuhrkontrolle (Bafa). Der Antrag kann erst gestellt werden, nachdem das Elektroauto gekauft und zugelassen wurde. Antragsberechtigt ist die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen wurde, sie darf jedoch jemanden bevollmächtigen. Die Antragstellung muss innerhalb eines Jahres nach der Zulassung erfolgen. Folgende Unterlagen müssen beim Kauf eines Neuwagens mit dem Antrag auf die E-Auto-Förderung eingereicht werden:

  • Rechnung
  • Eine Erklärung über wahrheitsgemäße Angaben (Formular zum Download)

Notwendige Unterlagen beim Leasing:

  • Leasingvertrag
  • Verbindliche Bestellung
  • Kalkulation der Leasingrate
  • Eine Erklärung über wahrheitsgemäße Angaben (Formular zum Download)

Zusätzlich notwendige Unterlagen bei Kauf oder Leasing eines gebrauchten Elektroautos:

  • Nachweis über den Bruttolistenpreis (DAT-Gutachten oder Neufahrzeugrechnung)
  • Erklärung zur maximalen Laufleistung des Fahrzeugs beim Kaufzeitpunkt inkl. Bestätigung durch Prüforganisation oder Sachverständigen

Das ändert sich bei der E-Auto-Förderung ab 2023

Im Koalitionsvertrag hat die Ampelkoalition bereits einige Eckpunkte für die Förderung von Elektroautos ab 2023 festgelegt. Sie sollen dem Ziel dienen, bis 2030 mindestens 15 Millionen vollelektrische Autos auf deutschen Straßen zu haben, Plug-in-Hybride nicht inbegriffen.

Bereits ab 1. Januar 2023 sollen nur noch Fahrzeuge gefördert werden, die „nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben“. Dieser soll über „einen elektrischen Fahranteil und eine elektrische Mindestreichweite definiert“ werden. Konkret heißt das für Plug-in-Hybride: bereits ab 1. August 2023 gibt es nur noch dann die Umweltprämie für PHEVs, wenn diese eine elektrische Mindestreichweite von 80 Kilometern haben.

Insgesamt soll die Förderung „degressiv“ reformiert werden. Gut möglich also, dass sie auf die ein oder andere Art reduziert wird. So könnte der Staat seinen Anteil wieder auf den ursprünglichen „Umweltbonus“ reduzieren. Der zusätzliche Zuschuss von aktuell 3.000 Euro soll in jedem Fall nur noch maximal vier Jahre gezahlt werden. Über das Ende des Jahres 2025 hinaus hält die Koalition die Innovationsprämie für „nicht mehr erforderlich.“

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