Elektroauto abschleppen: Was bei einer Panne zu tun ist

Für ein Elektroauto gelten bei einer Panne andere Regeln als für einen Verbrenner: Beim Abschleppen kann es zu teuren Schäden kommen.
Constantin Bergander
Constantin Bergander
Elektroauto auf Anhänger
Elektroauto huckepack: Bei einer Panne dürfen Stromer nicht an ein Abschleppseil, sagen die großen Autoclubs [Bildquelle: picture alliance / Norbert Schmidt]

Wenn ein Elektroauto liegen bleibt, dann darf es nicht einfach abgeschleppt werden. Die Autoclubs ADAC und ACE warnen übereinstimmend davor, Elektroautos abzuschleppen. Wer seinen Stromer mit einem anderen Auto zieht, riskiere teure Schäden am Elektromotor, an der Traktionsbatterie oder an anderen Teilen der Elektronik. Das gleiche Risiko besteht bei Hybriden und Plug-in-Hybriden.

Risiko: Schäden nach dem Abschleppen eines Elektroautos

Grund für diese Einschränkung sind die technischen Eigenheiten von Elektromotoren. Anders als bei Autos mit Verbrenner und Schaltgetriebe sind Rad und Motor bei einem Elektroauto physisch miteinander verbunden. Rollt das Auto, dreht sich die Antriebswelle des Motors. In diesem Zustand erzeugt er Strom, der unkontrolliert das elektrische System des Autos belastet. Spannungsspitzen können in der Folge Bauteile zerstören. Reparaturen sind teuer und sind nicht von der Herstellergarantie abgedeckt.

Hat ein Elektroauto, ein Hybrid oder ein Plug-in-Hybrid eine Panne, helfen Abschleppseil oder Abschleppstange also nicht weiter. Der Pannenservice wird kein Elektroauto abschleppen. Privatpersonen solltendies ebenfalls unterlassen. Der Abschleppdienst oder „gelbe Engel“ benötigt deshalb bei einem Pannen-Notruf die Information, um welche Antriebsform es sich beim liegengebliebenen Auto handelt. Er schickt dann ein entsprechendes Pannenfahrzeug, das das liegengebliebene Elektroauto auflädt. Das klingt nach einem Mehraufwand, aber: Die meisten Autos, die aus eigener Kraft nicht fahren können, werden auf dem Trailer transportiert. Sei es, weil die Polizei sie aus dem Halteverbot umsetzt oder weil sie nach einer Panne in die Werkstatt müssen.

Häufigste Pannenursache: Leere Batterie

Klingt schlimm? Eigentlich nicht. So üblich das Umsetzen per Anhänger, so ungewöhnlich ist es auch, dass Elektroautos mal eben abgeschleppt werden müssten. Denn Elektroautos bleiben nur sehr selten liegen. Und wenn doch, dann müssen sie nicht unbedingt in die Werkstatt: Die häufigste Pannenursache bei einem Elektroauto ist – kein Witz – die 12-Volt-Batterie. Eine herkömmliche Autobatterie versorgt in den Fahrzeugen die relevanten Bordsysteme mit Strom. Darunter auch diejenigen, die die Hochvolt-Technik einschalten. Fehlt dem kleinen Zusatz-Akku die Spannung, macht ein Elektroauto keinen Mucks. In den meisten Fällen genügt dann eine altmodische Starthilfe, um das Elektroauto wieder auf die Straße zu bringen.

Die Starthilfe beim Elektroauto funktioniert übrigens genauso wie bei einem Verbrenner: Das rote Starthilfe-Kabel verbindet den Pluspol der Spenderbatterie mit dem Pluspol der leeren Batterie. Danach verbindet das schwarze Kabel den Minuspol der Spenderbatterie mit einem unlackierten Metallteil im Motorraum. Keine Sorge: Funkenflug ist in dieser Situation normal. Der Empfänger sollte (nach dem Entfernen der Kabel) eine großzügige Runde fahren, um die 12-Volt-Batterie wieder zu laden. 

Ein E-Auto bekommt Starthilfe
Ist die 12-Volt-Batterie leer, braucht auch ein E-Auto klassische Starthilfe [Bildquelle: TeamOn GmbH[

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