Fisker Ocean: Elektro-SUV ab 2023

Ein großes, nachhaltiges Elektro-SUV mit Mega-Reichweite zum Kampfpreis: Der Fisker Ocean klingt interessant, aber er lässt sich noch Zeit.
Constantin Bergander
Constantin Bergander
Fisker Ocean
Neuer Versuch: Henrik Fisker will mit seiner neuen Firma Elektroautos verkaufen. Das erste Modell ist der Ocean, voraussichtlich im Handel ab 2023 [Bildquelle: Fisker]

Fisker? Ja, da war mal was: Henrik Fisker, Ex-Designchef von Aston Martin, brachte einst den Fisker Karma auf den Markt. Die bildhübsche Elektro-Limousine mit Range Extender fand schnell Freunde, unter anderem Hollywood-Star Leonardo DiCaprio. Dennoch zerbrach die Firma Fisker Automotive im Jahr 2012. Finanzielle Probleme. Henrik Fisker startete mit dem Unternehmen Fisker Inc. einen neuen Versuch. Dieser Versuch stellt jetzt sein erstes Auto für Europa vor: Der Fisker Ocean ist ein rein elektrisches SUV.

Mit einer Länge von fast 4,80 Metern platziert Fisker das SUV-Debüt irgendwo zwischen Skoda Enyaq (4,65 Meter) und Audi E-Tron (4,90 Meter). Der Hersteller möchte aber nicht mit den europäischen Traditionalisten konkurrieren, sondern lieber mit Tesla, speziell dem Model Y: Der Ocean fährt bis zu 630 Kilometer weit, rennt in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 und bringt nachhaltige Materialien sowie allerhand modernen Unsinn mit – eben das, was viele Elektroautos von jungen Herstellern interessant macht.

Fisker Ocean: Versenkbare Heckscheibe
Der Schlüssel des Fisker Ocean hat einen sogenannten "California Mode", der alle Fenster mit einem Knopfdruck öffnet [Bildquelle: Fisker]

Fisker Ocean: Ausstattungen und Preise in Deutschland

In Europa will Fisker den Ocean langfristig in drei Ausstattungsvarianten anbieten. Das Basismodell Ocean Sport muss ohne Rekord-Werte auskommen: Fisker baut einen Frontmotor mit 205 kW (279 PS) ein und kündigt 440 Kilometer WLTP-Reichweite an. Serienmäßig gibt es bidirektionales Laden, die wichtigsten Assistenten, ein großes Infotainmentsystem, Panoramadach und regelmäßige Aktualisierungen per Online-Updates. Der Preis für den kleinsten Fisker Ocean in Deutschland: 41.560 Euro ohne Förderungen.

Die mittlere Ausstattungsvariante heißt Ocean Ultra. Sie umfasst einen zweiten Elektromotor, insgesamt 400 kW (544 PS) Motorleistung, 610 Kilometer prognostizierte Reichweite und eine bessere Ausstattung. Dazu gehören unter anderem 360-Grad-Kamerabilder, ein adaptiver Tempomat und ein Infotainmentsystem, das Spiele und Streamingdienste unterstützt. Die sollen die Ladepausen versüßen. Witziges Extra: Kleine „Doggie Windows“ lassen Luft für (kurzzeitig) zurückgelassene Hunde ins Auto. Der Preis: 57.000 Euro.

Im Spitzenmodell Ocean Extreme legt Fisker weitere 10 kW Leistung und 20 Kilometer Reichweite drauf, installiert ein Solardach, ein Winter-Paket, zusätzliche oder verbesserte Assistenz und einen Infotainment-Monitor, der sich vom Hochkant- in den Quer-Modus drehen lässt. Fisker verlangt 69.950 Euro für den Ocean Extreme. Zum Marktstart produziert der Hersteller zunächst eine Launch-Edition (Ocean One), die auf der Top-Ausstattung basiert.

Viele Daten behält Fisker noch für sich. Akkukapazität, Ladeleistung, Gewicht, Zuladung und Höchstgeschwindigkeit sind noch nicht bekannt. Immerhin in den Kofferraum lässt sich der Hersteller schauen: 566 bis 1.274 Liter soll der Fisker Ocean einladen. In Anbetracht der Maße eine mittelmäßige Leistung.

Fisker Ocean: Cockpit
Ein großes Display gibt es serienmäßig im Fisker Ocean. Im Topmodell lässt es sich ins Querformat drehen, damit Spiele und Fernsehen mehr Spaß machen [Bildquelle: Fisker]

Technik und Firmen hinter dem Fisker Ocean

Wie schafft es eine kleine Firma, die bisher noch kein Auto verkauft hat, dieses Auto zu entwickeln und zu bauen? Hinter dem Ocean stecken Drittanbieter und Dienstleister. Für die Montage baut Fisker kein Werk, sondern übergibt den Prozess an Magna nach Österreich. Der Zulieferer fertigt Autos für kleine und große Marken, unter anderem Toyota und BMW. Magna stellt er außerdem den Baukasten für den Ocean. Fisker muss also nicht das gesamte Auto selbst entwickeln.

Die Akkus kommen vom Zulieferer CATL. Das Unternehmen baut LFP-Akkus für das Basismodell und NMC-Batterien für die teureren Derivate. Reifen kommen von Bridgestone, den Service in Europa übernimmt die Werkstattkette Pit Stop. Für ein zukünftiges Projekt kooperiert Fisker außerdem mit dem Elektronikriesen Foxconn. Er hatte kürzlich Fahrzeugbaukästen in mehreren Segmenten angekündigt.

Klappt es also dieses Mal mit Fisker? Ein Blick in die Finanzen zeigt: Es ist möglich. Investiert der Hersteller wie im vergangenen Quartal, reicht das Geld ungefähr noch zwei Jahre. Im November 2022 wird laut Plan die Serienfertigung des Ocean beginnen. 30.000 Vorbestellungen sollen bereits vorliegen. Andererseits: Im Jahr 2017 meldete die wiederauferstandene Marke Borgward 40.000 Bestellungen für das SUV BX7. Seit 2021 läuft ein Insolvenzverfahren gegen den Hersteller.

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