Klein, leicht, praktisch: Leichtfahrzeuge 2022

Zum Fahren eines Leichtfahrzeugs genügt bereits der AM-Führerschein. Die besten Elektro-Leichtautos sowie Preise, Daten und Bilder findest Du in unserer Übersicht.

Dennis Merla

Dennis Merla

Mehrere Leichtkraftfahrzeuge auf einem Übersichts-Bild
Klein, elektrisch, wendig: Leichtfahrzeuge sollen den Verkehr entlasten [Bildquelle: Micro/Opel/Citroën/Tazzari/Aixam/Renault]

Leichtfahrzeuge (LFZ) unterscheiden sich von regulären PKW durch ihre Größe, die geringere leistung und abweichende, weniger strenge Vorschriften zur Sicherheitsausstattung. Sie fahren langsamer, verfügen als Elektro-Leichtauto meist über eine geringere Reichweite, sind leichter – und sie nehmen weniger Platz weg. Daher können sie helfen, die Verstopfung der Straßen in Innenstädten zu reduzieren. Vor allem bei geteilter Nutzung, im Carsharing zum Beispiel.

In der Regel fahren Leichtfahrzeuge auf vier Rädern und besitzen eine geschlossene Karosserie. Im Volksmund werden sie auch „Mopedautos“ genannt. Zwar dürfen einige Leichtfahrzeuge auch auf der Kraftstraße fahren. Am besten spielen sie ihre Vorteile jedoch im dichten Stadtverkehr aus. Eine Förderung für elektrische Leichtautos gibt es bisher nicht. Woran das liegt und wann sich das ändern könnte, liest Du hier.

In der EU werden Leichtfahrzeuge folgendermaßen klassifiziert:

KlasseAnzahl RäderMax. LeistungMax. GeschwindigkeitFührerscheinMax. Gewicht
L5e3bis 20 PS (15 kW)45 km/hAM 
L6e45 PS (4 kW)45 km/hAM425 kg
L7e420 PS (15 kW)keine BegrenzungB450 kg

Video: Mopedauto, wäre das was für Dich?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Die besten E-Leichtautos: Opel Rocks e & Citroen Ami 

2020 stellt der zum Mutterkonzern PSA gehörende Autobauer Citroën den Ami vor, der aber in Deutschland voraussichtlich nicht in den Verkauf kommt. Stattdessen folgt ein Jahr später aus demselben Konzern der baugleiche Opel Rocks-e. Den Opel Rocks-e dürfen bereits 15-Jährige mit einem AM-Führerschein steuern. Die laut Norm 75 Kilometer Reichweite bewältigt der Opel Rocks-e mit einer 5,5-kWh-Batterie. Die Reichweite steckt Einsatzgebiet ab: Zum Pendeln reicht das in vielen Fällen gerade noch – für den Weg zur Schule oder zum Einkaufen allemal. Ist der Akku leer, lädt das Leichtfahrzeug an der Haushaltssteckdose in rund drei Stunden auf. Wer etwas mehr Flexibilität wünscht, ordert für 333 Euro einen Adapter hinzu. Dann ist auch das Laden an öffentlichen Ladesäulen möglich. Schneller lädt der kleine Rocks-e dadurch allerdings nicht.

Für den Vortrieb des 471 Kilogramm schweren Leichtgewichts sorgt ein 8 PS starker E-Motor mit 40 Nm Drehmoment. Der Rocks-e wird trotz seines Gewichts von 471 Kilogramm noch als Leichtfahrzeug eingestuft, weil bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen das Akku-Gewicht abgezogen wird. Abzüglich des etwa 70 Kilogramm schweren Akkus unterschreitet der Rocks-e das erlaubte Maximalgewicht.

Verglichen mit anderen Modellen punktet das Leichtfahrzeug Opel Rocks-e auch beim Preis: Los geht es schon bei 8.000 Euro. Um Produktionskosten zu sparen, sind die zwei Einstiegstüren des Rocks-e identisch. Heißt: die Fahrertür ist nicht vorne, sondern hinten angeschlagen und öffnet wie die aus der Tuningszene bekannten Selbstmördertüren. Die Beifahrertür hingegen ist vorne angeschlagen und öffnet sich auf herkömmliche Weise. Das gleiche Einsparpotenzial sahen die Konstrukteure auch bei Front und Heck. Wo vorne und hinten ist, erkennt man daher am besten an der Farbe der Leuchten: Heck = rot, Front = weiß.

Deutlich kürzer als ein Smart

Auf knapp 2,4 Metern Fahrzeuglänge finden im Rocks-e zwei Personen Platz. Zum Vergleich: ein Smart ist rund 2,7 Meter lang. Platz für viel Gepäck haben die Fahrzeugdesigner im Mini-Opel nicht gelassen. Nur 63 Liter verstaut der Rocks-e im Fußbereich des Beifahrers. Eine Klimaanlage oder ein Infotainmentsystem gibt es im Opel-Leichtfahrzeug nicht. Stattdessen eine Handyhalterung mit USB-Port. Eine optionale Bluetooth-Box ersetzt das Soundsystem im Rocks-e.

In der Basis gibt Opel den Rocks-e für 7.990 Euro ab. Interessant ist auch das Leasing-Modell: Bei einem 48-Monatsvertrag liegt die monatliche Leasingrate bei nur 20 Euro. Zuvor werden jedoch 3.409 Euro Anfangszahlung fällig.

 

Technische DatenOpel Rocks-e
Länge2.410 mm
Breite1.390 mm
Höhe1.520
Leergewicht471 kg
Leistung8 PS
Drehmoment40 Nm
Geschwindigkeit45 km/h
Akku-Kapazität 5,5 kWh
Ladedauer3,5 h
Reichweite75 Kilometer
Stauraum63 Liter
Preis7.990 Euro
FührerscheinAM

Opel Rocks-e und Citroën Ami in Bildern

Microlino – der weite Weg zur Serienreife

Er soll die Neuinterpretation der legendären BMW Isetta sein – der Microlino 2.0. Warum 2.0? Weil der Microlino bereits einen langen Weg hinter sich hat. Der Kickboardhersteller Micro präsentierte den ersten Prototypen des Kult-Wagens bereits 2016 auf dem Genfer Autosalon. Fortan wurde der Serienstart immer wieder verschoben. Micro und sein Partner Artega überwarfen sich mit dem Projekt. Doch sechs Jahre und einen Rechtsstreit später gibt es einen konkreten Fahrplan: Die Produktionslinie in Turin steht nun und die Serienproduktion kann starten. Den Anfang macht eine auf 999 Exemplare limitierte Sonderedition namens „Pioneer Series“. Auf der Internetseite von Microlino heißt es: „Die Pioneer Series ist für alle, die uns seit dem ersten Tag unterstützen. Die, die ihren Microlino vor fast 6 Jahren reserviert haben, als wir unser Microlino-Konzeptfahrzeug zum ersten Mal auf dem Genfer Autosalon präsentiert haben“. Darüber hinaus können die Käufer*innen eine Pioneer-Mitgliedschaft abschließen. Den Mitgliedern winken laut Hersteller exklusive Vorteile. Welche das sind, sagt Micro Mobility Systems noch nicht. 

Als Reminiszenz an die Isetta steigen Fahrende beim Microlino 2.0 über die Fronttür ein. Anders als in früheren Entwürfen schwingt die Lenksäule nun nicht mehr samt der Tür auf. Sie ist fest integriert. Verringerte Lenkkräfte verspricht sich Micro davon. Für den Microlino 2.0 bietet der Schweizer Hersteller drei verschiedene Akku-Größen an. Sie ermöglichen Reichweiten zwischen 91 und 230 Kilometern.

  • 6 kWh = 91 Kilometer Reichweite
  • 10,5 kWh = 177 Kilometer Reichweite
  • 14 kWh = 230 Kilometer Reichweite

Je nach Akkugröße hängt der Microlino 2.0 rund vier Stunden per Schukostecker an der Haushaltssteckdose. Weil der Micro-Elektroflitzer anders als etwa Opels Rocks-e zur Fahrzeugklasse L7e zählt, fallen Gewicht, Leistung und Höchstgeschwindigkeit großzügiger aus. Der Synchronmotor mit Permanentmagnet leistet 17 PS und 89 Nm Drehmoment. Die 513 kg Leergewicht (ohne Akku) beschleunigt der E-Motor damit in fünf Sekunden auf Tempo 50. Maximal sind 90 Kilometer pro Stunde drin.

2,4 Meter misst das Leichtfahrzeug in der Länge. Neben zwei Passagieren transportiert der kleiner Schweizer im Kofferraum ganze 230 Liter Gepäck. Im Winter sorgen Heizung und Sitzheizung für Wärme. In Sachen Unterhaltung setzt Micro auf dieselben Substitute wie viele andere Hersteller von Leichtkraftfahrzeugen: Smartphone-Halterung statt Infotainment-Bildschirm und Bluetooth-Box statt integrierter Lautsprecher. In der Basis gibt Micro den Microlino 2.0 für 12.500 Euro ab.

Technische DatenMicrolino 2.0
Länge2.430 mm
Breite1.500 mm
Höhe1.450
Leergewicht513 kg
Leistung17 PS
Drehmoment89 Nm
Geschwindigkeit90 km/h
Akku-Kapazität6 kWh / 10,5 kWh / 14 kWh
E-MotorSynchronmotor mit Permanentmagnet
Reichweite91 / 177 / 230 Kilometer
Stauraum230 Liter
Preis12.500 Euro
FührerscheinB

Der Microlino 2.0 in Bildern

Aixam eCity

Aixam Mega ist ein französischer Leichtfahrzeughersteller. Seit 1983 rollen in Aix-les-Bains im Westen des Landes Mini-Autos vom Band. Der Aixam City ist das Flaggschiff des Mopedauto-Profis. Als Diesel-Fahrzeug bietet Aixam den City als Sport-Version, als Coupé und als Crossover mit erhöhter Bodenfreiheit an. In allen Fällen nagelt ein 479-Kubik-messender 2-Zylinder-Diesel mit 8 PS unter der Motorhaube.

Mittlerweile ist der City auch als eCity, also als Elektro-Leichtauto, käuflich. Dann treibt den 375 Kilogramm schweren Stromer ein 8 PS starker Asynchronmotor an. Den Strom zieht sich das Aggregat aus einer 6,9-kWh-Batterie. Damit fährt der eCity bis zu 70 Kilometer weit. Die Reichweite streckt der eCity über eine Rekuperationsfunktion. Heißt: nimmt der Fahrende den Fuß vom Fahrpedal, verzögert das Fahrzeug leicht und speist die dabei entstehende Energie zurück in den Akku. Ist dieser leergefahren, lädt der Aixam eCity für rund 3,5 Stunden an der Haushaltssteckdose. Damit das Fahrzeug mit dem Moped-Führerschein fahrbar ist, begrenzt Aixam die Höchstgeschwindigkeit auf 45 km/h.

Im Innenraum schaut der Fahrende im Aixam eCity hinter dem Lenkrad auf ein analoges Kombiinstrument. Für die Unterhaltung während der Fahrt spendiert Aixam dem Mopedauto ein Radio mit USB- und Aux-Anschluss. Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und einen CD-Spieler gibt es nur gegen Aufpreis. Die Fenster öffnen im französischen Leichtkraftfahrzeug elektrisch und im Winter sorgt eine Heckscheibenheizung für freie Sicht nach hinten.

Ein Leichtkraftfahrzeug mit ordentlichem Platzangebot

Innen wie außen sind dem eCity die Auto-Gene deutlich anzusehen, und seine Maße teilt sich das „Mopedauto“ sogar mit einigen „echten“ Autos. Denn mit fast 2,8 Metern Fahrzeuglänge übertrifft der Aixam eCity einen Smart um fast zehn Zentimeter. Das führt zu großzügigen Platzverhältnissen im Mini-Leichtfahrzeug. Bis 1,85 Meter Körpergröße reicht die Kopf- und Beinfreiheit im Aixam eCity aus. Auch der Kofferraum kann sich für Leichtkraftfahrzeug-Verhältnisse sehen lassen, 270 Liter passen hinein. Zum Vergleich: ein Opel Corsa-e schluckt 267 Liter im Heck.

Bei der Sicherheit hingegen verliert Aixam klassentypisch den Anspruch an das klassische Automobil. Ein Antiblockiersystem (ABS) gibt es nur gegen Aufpreis. ESP und Airbags sind für das Fahrzeug nicht vorgesehen. Aixam ruft für den eCity in der Basis-Ausführung 14.290 Euro auf. Dafür ist abzüglich der Förderung bereits ein echtes Elektroauto erhältlich – die sind allerdings nicht mit dem AM-Führerschein fahrbar. Beim Aixam City mit Dieselmotor liegt der Einstiegspreis bei 11.790 Euro.

Technische Daten Aixam eCity
Länge 2.780 mm
Breite 1.500 mm
Höhe 1.470 mm
Leergewicht 375 kg
Leistung 8 PS
Geschwindigkeit 45 km/h
Ladedauer 3,5 h
Akku-Kapazität 6,9 kWh
E-Motor Asynchronmotor
Reichweite 70 Kilometer
Stauraum 270 Liter
Preis 14.290 Euro
Führerschein AM

Der Aixam eCity in Bildern

Renault Twizy

Der Renault Twizy gehört schon fast zu den Urgesteinen der elektrischen Leichtfahrzeuge. Seit 2012 bietet Renault den Zweisitzer in Deutschland als Le7 an. Alternativ gibt es auch eine auf 45 km/h gedrosselte Version.

In beiden Fällen zieht ein Drehstrom-Synchronmotor seine Energie aus einem mit 6,1 kWh relativ klein dimensionierten Akku. 50 Euro Monatsmiete verlangt Renault für den Stromspeicher. In der stärkeren Variante leistet der E-Motor 17 PS und treibt den kleinen Twizy auf maximal 80 Kilometer pro Stunde. In der Version für die Führerscheinklasse AM stecken nur zehn PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h. Nach etwa 90 gefahrenen Kilometern muss der Twizy an die Steckdose. Geladen wird an der Haushaltssteckdose, oder mit optionalem Adapter an öffentlichen Ladesäulen. Wie beim Opel Rocks-e liegt die Ladegeschwindigkeit jedoch bei einphasig 2 kW. So vergehen rund 3,5 Stunden bis zum vollständig geladenen Akku.

Im Innenraum des 2,3 Meter langen und knapp 1,2 Meter breiten Twizy geht es puristisch zu. Das Leichtkraftfahrzeug ist zu den Seiten offen – Seitenfenster gibt es nur gegen Aufpreis. Ebenso verhält es sich mit Radio und Heizung. Leider fehlen auch Sicherheits-Features wie ABS und ein Bremskraftverstärker. Dafür spendiert Renault dem Leichtkraftfahrzeug zumindest einen Airbag für den Fahrenden.

Für mehr Komfort im Twizy stehen einige Extras in der Aufpreisliste. Ein Panoramadach baut Renault für zusätzliche 250 Euro ein. Halbhohe Flügeltüren stehen mit 590 Euro in der Aufpreisliste. Eine Freisprecheinrichtung gibt es für 310 Euro, die sich jedoch nicht mit Android-Geräten koppeln lässt. Renault bietet sogar eine Einparkhilfe für den Twizy an. Die schraubt den Endpreis um weitere 180 Euro in die Höhe.

Die Insassen sitzen im Twizy hintereinander. Viel dürfen sie nicht dabeihaben, im Kofferraum bleiben nur 31 Liter für Gepäck übrig. Fährt man allein, gibt es einen speziellen Rucksack, der als zusätzlicher Stauraum am zweiten Sitz fixiert wird. Die Preise für den Twizy in der 45-km/h-Variante starten bei 6.950 Euro. Die leistungsstärkere Version gibt Renault für mindestens 7.650 Euro ab.

Technische DatenRenault Twizy (45er Variante)
Länge2.338 mm
Breite1.381 mm
Höhe1.454 mm
Gewicht (mit Fahrer*in)548 kg
Leistung17 PS (10 PS)
Geschwindigkeit90 km/h (45 km/h)
Ladedauer3,5 h
Akku-Kapazität6,1 kWh
E-MotorDrehstrom-Synchronmotor
Reichweite90 Kilometer
Stauraum31 Liter
Preis7.650 Euro (6.950 Euro)
FührerscheinB (AM)

Der Renault Twizy in Bildern

Tazzari Zero

2010 bringt der italienische Leichtfahrzeug-Hersteller Tazzari sein erstes „Modepauto“ heraus. Seitdem haben die Italiener das Fahrzeug stetig weiterentwickelt und modernisiert. 2017 kam der umfangreich geliftete Zero City in der Klasse L7e auf den Markt.

Für den Zero City stehen zwei unterschiedliche Akku-Größen zur Auswahl. Das kleinere Akku-Pack (3.590 Euro) speichert 8 kWh. Damit fährt der Zero City bis zu 94 Kilometer weit. Wer mehr Reichweite wünscht, wählt das größere, mit 5.990 Euro aber auch deutlich teurere Akku-Pack. Dann reichen 14,2 kWh für bis zu 150 Kilometer Fahrt. Auch beim Laden hält Tazzari mehrere Optionen bereit. Serienmäßig kommt das Leichtkraftfahrzeug mit einem 230-Volt-Ladegerät. Der kleinere Akku ist damit in rund fünf Stunden vollständig geladen. Mit dem optionalen 400-Volt-Ladegerät ist der Stromspeicher bereits nach einer knappen Stunde zu 80 Prozent gefüllt. Zudem verfügt der Tazzari Zero City über ein Rekuperationssystem. Jeweils im Leerlauf und beim Tritt auf die Bremse erzeugt das Fahrzeug zusätzlichen Strom für die Batterie. Der E-Motor mit 20 PS treibt den Zero City über die Hinterachse auf maximal 90 Kilometer pro Stunde an. Auch der Zero City übertrifft in seinen Abmessungen den Smart. Mit 2,79 Metern Länge bleibt der Italiener aber ein kleines, wendiges Stadtauto, das erstaunlich viel Platz im Kofferraum besitzt. 445 Liter lassen sich hier verstauen.

Platz haben auch die Fahrenden im Innenraum. Hier bietet der Tazzari Zero City schon in Serie einige Annehmlichkeiten, für die bei anderen Herstellern Aufpreis fällig wird. So lassen sich die Außenspiegel elektrisch verstellen, und die Fenster versenken sich per Knopfdruck. Eine beheizbare Heckscheibe und eine Innenraumheizung sind ebenfalls an Bord. Das Smartphone laden die Passagiere per USB-Buchse.

Als einziges Fahrzeug in unserer Liste verfügt der Tazzari Zero City über einen Infotainmentbildschirm in der Mittelkonsole. Der misst 7 Zoll und lässt sich per Touch bedienen. Ein Radio mit AUX-Port und eine Bluetooth-Freisprechanlage legt Tazzari oben drauf. Leider schreibt der Hersteller das für die Sicherheit so wichtige ABS für 490 Euro in die Aufpreisliste statt in die Liste der Serienausstattung. Tazzari gibt den Zero City ohne Akku für 13.900 Euro ab. Wählen wir das große Akku-Paket, stehen am Ende satte 21.900 Euro auf der Rechnung. Mit dem kleineren Akku senkt sich der Preis auf 17.490 Euro. Zum Schnäppchen macht ihn das nicht.

Technische DatenTazzari Zero City (großer Akku)
Länge2.795 mm
Breite1.500 mm
Höhe1.450 mm
Gewicht450 kg
Leistung20 PS 
Geschwindigkeit90 km/h
Ladedauer5 h
Akku-Kapazität8 kWh (14,2 kWh)
E-MotorDrehstrom-Synchronmotor
Reichweite94 Kilometer (150 km)
Stauraum445 Liter
Preis17.490 Euro
FührerscheinB

Der Tazzari Zero City in Bildern

Econelo M1

Der Preis für das schmalste Leichtkraftfahrzeug dürfte an den M1 von Econelo gehen. Das vollverkleidete Mini-Auto ist nur knapp einen Meter breit. Der Hersteller selbst spricht mit Blick auf den M1 von einem Elektro-Kabinenroller statt einem Leichtfahrzeug. Die Voraussetzungen zum Fahren sind dieselben wie bei vielen anderen Leichtfahrzeugen: Es wird der Führerschein AM benötigt. Das Microcar treibt ein 3 PS starker Elektromotor an. Den Strom zieht das kleine Fahrzeug aus einem ebenso kleinen Akku. 3.48 kWh stehen zur Verfügung. Damit fährt der M1 zwischen 55 und 65 Kilometer weit. Sind diese ausgereizt und der Akku leer, lädt der M1 in etwa 7 Stunden vollständig auf. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie bei allen L6e-Fahrzeugen auf 45 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Punkten kann der Econelo M1 mit seiner umfangreichen Ausstattung. Elektrische Fensterheber und ein verstellbarer Fahrersitz sind bei Mopedautos kein Standard. Das gleiche gilt für die serienmäßige Rückfahrkamera. In die Mittelkonsole setzt Econelo ein Radio mit MP3-Funktion ein, eine Heizung für den Winter ist ebenfalls ab Werk an Bord.

Nachteil: Der Econelo M1 besitzt keinen echten Gepäckraum. Wer seine Einkäufe nach Hause bringt, lässt den Partner oder die Partnerin lieber zu Hause. Dann bleibt der Beifahrersitz für die Einkäufe frei. Econelo verlangt für den M1 5.799 Euro.

Technische Daten Econelo M1
Länge 2.300 mm
Breite 999 mm
Höhe 1.645 mm
Gewicht 350 kg
Leistung 3 PS
Geschwindigkeit 45 km/h
Ladedauer 6 – 8 h
Akku-Kapazität 3,48 kWh
Reichweite 65 Kilometer
Stauraum k.A.
Preis 5.799 Euro
Führerschein AM

Der Econelo M1 in Bildern

Ari 452

Ari Motors ist ein 2017 gegründeter Hersteller von Leichtautos aus Sachsen. Das Unternehmen produziert unter anderem Fahrzeuge für den Flotteneinsatz. Darunter sind auch kleine Nutzfahrzeuge, beispielsweise Leichtfahrzeuge mit Kofferaufbau oder als Pritschenwagen. Mit dem Ari 452 hat Ari Motors aber auch ein Leichtfahrzeug für Privatpersonen im Angebot.

Die Modellnummer setzt sich aus der Höchstgeschwindigkeit des Ari 452 – nämlich 45 Kilometer pro Stunde und der Anzahl der Sitzplätze – 2 – zusammen. 4,7 PS leistet der Elektromotor im kleinen Ari. Die Energie stellt ein Blei-Gel-Akku bereit, der dem Ari 452 bis zu 120 Kilometer Reichweite erlaubt. Optional bietet Ari Motors einen zusätzlichen Lithium-Eisenphosphat-Akku (5 kWh) für 2.600 Euro an. Dann sind bis zu 250 Kilometer Reichweite möglich. Darüber hinaus lässt sich die Reichweite des Fahrzeugs über ein optionales Solarpanel auf dem Dach erweitern. Tritt der Fahrende im Ari 452 auf die Bremse oder nimmt den Fuß vom Fahrpedal, rekuperiert das Leichtkraftfahrzeug außerdem. Sollte der Akku trotzdem einmal leer sein, lädt er an der Haushaltssteckdose in 6 bis 8 Stunden wieder auf.

Der Ari 452 bringt bereits in der Basisausstattung einiges mit. Darunter elektrische Fensterheber, eine Rückfahrkamera und eine Heizung. Für die Unterhaltung während der Fahrt baut Ari Motors ein Radio mit MP3- und Bluetooth-Funktion ein. Statt eines Kofferraumvolumens gibt Ari Motors leider nur die Maße für Breite und Tiefe (105 cm x 28 cm) an. In der Basis gibt Ari Motors den 452 für 8.449 Euro ab.

Technische Daten Ari Motors – Ari 452
Länge 2.245 mm
Breite 1.290 mm
Höhe 1.570
Gewicht 635 kg
Leistung 4,7 PS
Geschwindigkeit 45 km/h
Ladedauer 6 – 8 h
Akku-Kapazität Angabe nur für den großen Akku 5 kWh
Reichweite 120 Kilometer (250 km optional)
Stauraum k.A.
Preis 8.499 Euro
Führerschein AM

Der Ari 452 in Bildern

Citytransformer CT-1

Citytransformer ist ein israelisches Start-Up und bringt mit dem CT-1 ein Leichtkraftfahrzeug mit variabler Spurbreite auf den Markt. Der CT-1 zählt zu den Fahrzeugen der Klasse L7e. Wer ihn fahren will, braucht den Klasse-B-Führerschein. Wie in fast allen Leichtkraftfahrzeugen üblich, sitzen auch im CT-1 die zwei Insassen hintereinander. Die 2,50 Meter ermöglichen auch größeren Personen, auf dem hinteren Platz bequem zu sitzen. Dieser lässt sich zudem umklappen. Dann entsteht ein Kofferraum hinter dem Fahrer*innen-Sitz, der über eine Kofferraumklappe am Heck zugänglich ist. Im Cockpit zeigt ein Display hinter dem Lenkrad die gefahrene Geschwindigkeit, den Akkustand und die Reichweite an. Daneben sitzt hochkant eingebaut ein Infotainmentbildschirm. Das System kann mit dem Smartphone verbunden werden.

Citytransformer CT-1: Variable Spurbreite

Der Clou am CT-1 ist seine variable Spurbreite. Diese Funktion vereinfacht nicht nur das Parken in überfüllten Großstädten. Sie verleiht dem CT-1aucheine sicherere Straßenlage und ermöglicht so höhere Geschwindigkeiten.

Im Stadtmodus misst der CT-1 nur einen Meter in der Breite. Damit ist der israelische Transformer nochmals ein Drittel schmaler als ein Smart (1,55 m). Wie die Stuttgarter Kleinstwagen ist auch CT-1 gerade kurz genug, um quer zu parken. Damit die Fahrenden nach dem Querparken in einer engen Lücke die Tür noch öffnen können, schwingen sie statt zur Seite nach oben auf. Laut Hersteller passen vier CT-1 auf einen regulären EU-Parkplatz. Mit schmaler Spurbreite fährt der CT-1 maximal 45 Kilometer pro Stunde.

Per Knopfdruck geht es in den Leistungsmodus. Dann fahren links und rechts am Rahmen zwei Stahlträger heraus, an denen die Reifen aufgehängt sind. Sie machen aus einem Meter Spurbreite 1,4 Meter. Jetzt fährt der CT-1 maximal 90 Kilometer pro Stunde. Der Hersteller hofft, für das Leichtkraftfahrzeug so auch Vorstadt-Pendler zu gewinnen. Das Einsatzgebiet sieht Gründer Asaf Formoza zumindest breit gefächert: „Das ist hochinteressant für Carsharing-Anbieter, Sanitäter oder Lieferdienste“, sagt er.

Die 450 Kilogramm Leergewicht des CT-1 bewegen zwei 10-PS-Elektromotoren. Sie ziehen ihre Energie aus einem 14-kWh-Akku. Laut Hersteller fährt der CT-1 mit einer Akkuladung bis zu 180 Kilometer weit. Geladen wird entweder für 3,5 Stunden an der Haushaltssteckdose oder für 20 Minuten am Schnelllader. Ab 2024 will Citytransformer den CT-1 in Europa anbieten. Rund 16.000 Euro soll das Fahrzeug dann kosten. Vorbestellungen nimmt das Unternehmen bereits jetzt entgegen.

Technische DatenCitytransformer CT-1
Länge2.500 mm
Breite1.000 mm – 1.400 mm
Höhe1.580
Gewicht450 kg
Leistung20 PS
Geschwindigkeit45 km/h – 90 km/h
Ladedauer3,5 h (Schnelllader: 20 min)
Akku-Kapazität14 kWh
Reichweite180 Kilometer
Stauraumk.A.
Preisca. 16.000 Euro
FührerscheinB

Der Citytransformer CT-1 in Bildern

Squad Mobility – mit Solarstrom

Drei Jahre lang hat das niederländische Start-Up Squad Mobility sein erstes Leichtkraftfahrzeug „Squad“ entwickelt. Nun geht das Mini-Elektroauto an den Start. Der Clou: Über Solarpaneele auf dem Dach lädt der Squad seine Stromspeicher an Sonnentagen ohne Kabel und Steckdose auf. Das Fahrzeug ist zwei Meter lang, 1,2 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Maximal fahren zwei Personen mit. Hinter den Sitzen bleiben 168 Liter Stauraum übrig. Wer allein im Squad unterwegs ist, kann den Beifahrer*innen-Sitz nach vorn umklappen und erhält so mehr Stauraum.

Den Strom für den Squad, egal ob von der Sonne oder aus der Steckdose, speichern zwei Lithium-Ionen-Batterien mit jeweils 1,6 kWh. Platz bietet der Squad aber für vier Stromspeicher. Sind alle vier Plätze besetzt, macht das zusammen 6,4 kWh. Damit fährt das Fahrzeug bis zu 100 Kilometer weit. Die Akkus sind herausnehmbar und werden an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose geladen. Laden kann das Leichtkraftfahrzeug aber auch, indem es einfach in der Sonne parkt. Bis zu 20 Kilometer Reichweite pro Tag sollen die Solar-Paneele auf dem Dach des Fahrzeugs erzeugen. Angetrieben wird der Squad von zwei Radnabenmotoren an der Hinterachse. Sie leisten zusammen 5,4 PS und treiben den Squad auf maximal 45 Kilometer pro Stunde an.

Türen nur gegen Aufpreis

Im Inneren ersetzen eine Smartphone-Halterung mit USB-Ladebuchse und Bluetooth-Box das Infotainment-System. Auf der Beifahrenden-Seite befindet sich zudem eine zusätzliche Ablagefläche für einen Laptop oder eine kleine Tasche. Für heiße Sommertage steht eine Klimaanlage in der Aufpreisliste. Sie beinhaltet auch die Türen des Squad, denn in der Basis ist das Fahrzeug zu den Seiten offen.

Für die L6e-Variante verlangt Squad Mobility mindestens 6.250 Euro. Dann allerdings ohne Türen, Klimaanlage und mit zwei statt vier Batterien. Vollausgestattet steigt der Preis auf 9.300 Euro. Im kommenden Jahr will Squad Mobility mit der Produktion beginnen. Vorbestellungen nimmt das Unternehmen bereits jetzt entgegen. Der Squad fällt in die Kategorie L6e – fahren darf also, wer mindestens den AM-Führerschein besitzt. Eine L7e-Variante ist bereits in Planung. Sie soll maximal 70 km/h schnell fahren und Platz für vier Personen bieten. Für sie ist dann der Pkw-Führerschein erforderlich.

Technische DatenSquad
Länge2.000 mm
Breite1.200 mm
Höhe1.600 mm
Gewichtk.A.
Leistung5,4 PS 
Geschwindigkeit45 km/h
Ladedauerk.A.
Akku-Kapazität

3,2 kWh (zwei Akkus)

6,4 kWh (vier Akkus)

E-Motorzwei Radnabenmotoren 
Reichweite50 Kilometer (100 km bei vier Akkus)
Stauraum168 Liter
Preisab 6.250 Euro
FührerscheinAM

Der Squad in Bildern

DLR-Studie: 40 Prozent weniger Emissionen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat das Potenzial elektrischer Leichtfahrzeuge der Klassen L5e bis L7e für eine klimafreundlichere Mobilität untersucht. Das Ergebnis der Studie: in Deutschland könnte die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Kilometer auch mit elektrischen Leichtkraftfahrzeugen bewältigt werden. Dies könnte rund 40 Prozent der dabei entstehenden CO2-Emissionen einsparen.

Laut dem DLR fahren in jedem Auto im Schnitt 1,4 Personen mit, das ist nicht besonders effizient. Hinzu kommt die Länge – oder eher die Kürze – der zurückgelegten Strecken. Täglich enden in Deutschland knapp 60 Millionen Pkw-Fahrten schon nach weniger als 5 Kilometern. Insgesamt sind 80 Prozent aller Pkw-Fahrten hierzulande kürzer als 20 Kilometer. „Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass für solch kurze Distanzen nicht unbedingt ein großer Pkw notwendig ist, sondern LEV durchaus eine Alternative darstellen. Sie ermöglichen weiterhin individuelle Mobilität, nur wesentlich nachhaltiger“, erklärt Laura Gebhardt, die für die Studie Mobilitätsdaten ausgewertete.

Es ist vor allem die Größe der regulären Pkw, die ihre Bilanz verschlechtert. „Ressourcenschonende Fahrzeuge sind ein wichtiger Faktor, um die Klimawirkung des Verkehrssektors zu senken – zusätzlich zu Veränderungen unseres Mobilitätsverhaltens und technologischen Fortschritten“, ergänzt Mascha Brost, Leiterin der Studie. Bei großen und schweren Elektro-Fahrzeugen geht der Großteil der Antriebsenergie für das Bewegen des Fahrzeugs an sich verloren. Für die Fortbewegung der Insassen braucht es von dieser Antriebsenergie hingegen nur einen ganz kleinen Teil.

Einsparpotenzial von 57 Millionen Tonnen CO2

Dieses Verhältnis fällt bei elektrischen Leichtfahrzeugen besser aus. Sie sind kleiner, wiegen deutlich weniger und brauchen deshalb keine großen Batterien – sind damit schon in der Produktion ressourcenschonender. „Bei der Produktion von Microcars entsteht nur rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen von einem Mittelklasse-Elektroauto“, sagt Simone Ehrenberger, die für die Studie die Ökobilanz von Leichtkraftfahrzeugen untersuchte.

Das DLR errechnet, dass Leichtfahrzeuge rund 57 Millionen Tonnen Emissionen pro Jahr einsparen könnten. Um dieses Potenzial auf die Straße zu bringen, sind laut den Forschenden allerdings „unterstützende Maßnahmen“ notwendig. Regulatorische Hürden müssten abgebaut und Anreize auf den Weg gebracht werden. Das könnten etwa Anreize für Kauf und Nutzung sein, denn anders als für große Elektroautos gibt es für Leichtfahrzeuge keine Förderung vom Staat.

Weiterführende Artikel

ÖPNV: 9-Euro-Ticket ab sofort im Verkauf

Die letzten Hürden sind genommen: Das 9-Euro-Ticket befindet sich ab sofort im freien Verkauf. Streit gibt es noch um die Fahrradmitnahme. Alle Infos zum

Cambio: Mailands Farradplan gegen den Verkehrsinfarkt

Mailand plant den großen Wurf: Italiens-Stau-Stadt Nr. 1 will bis 2035 ein 750 km langes Vorrang-Radroutennetz bauen. Als entscheidenden Entwicklungsimpuls.

Übersicht: Diese Velocars machen Dein Auto überflüssig

Ein Velocar verbindet die Vorteile eines E-Bikes mit dem Komfort eines Autos. Wir halten diesen aufstrebenden Markt im Blick und stellen Dir auf dieser

Unterwegs im autonomen BVG-Bus: Kindertraum autonomes Fahren

Zunächst bis Sommer 2022 testen die Berliner Verkehrsbetriebe autonome Kleinbusse im regulären Linienbetrieb. Wir sind mitgefahren und haben uns angeschaut, was die Technik kann

Immer informiert sein?

Abonniere unseren Newsletter!