Der elekrische Polestar 3 tritt gegen Nobel SUVs an
Polestar plant ein Elektro-SUV: Der Polestar 3 konkurriert ab 2023 mit Fahrzeugen wie dem Audi E-Tron Sportback und Teslas Model X. Erste Details.
Die schwedisch-chinesische Elektro-Marke Polestar plant ein drittes Modell. Nach einem Coupé in der oberen Mittelklasse (Polestar 1) und einer Mittelklasse-Limousine (Polestar 2) bereitet der Hersteller nun den Marktstart seines ersten SUVs vor: Der Polestar 3 soll vor allem US-Amerikanern gefallen. Einige Monate vor der offiziellen Premiere zeigt der Hersteller ein erstes Foto des getarnten Autos und verrät bereits einige Details zum Serienmodell.
Die meisten Zahlen und Fakten sind noch geheim. Das Unternehmen positioniert den Polestar 3 als „Premium Elektro Performance SUV“, das mit Blick auf den US-Markt entwickelt wurde. Daraus lässt sich ableiten, dass er vor allem gegen elektrische Nobel-SUVs antreten soll. Das teure Segment, dem zum Beispiel Audi E-Tron und Tesla Model X angehören, bewegt sich in der Größenordnung um fünf Meter Länge.
Diesen Wert dürfte Polstar (knapp) unterbieten wollen. Die flotte Dachlinie des Prototyps deutet an, dass sich der Hersteller eher sportlich als nützlich ausrichtet. Polestar-Chef Thomas Ingenlath kündigt an: „Mit diesem Fahrzeug bringen wir ‚Sportlichkeit‘ zurück in den SUV, getreu unseren Performance Wurzeln.“
Eine dritte Sitzreihe soll es nicht geben. Damit kann der Hersteller hausinterne Dopplungen mit dem nächsten Volvo XC 90 vermeiden. Statt großem Raum gibt es im Polestar 3 also den Luxus der schöneren Form – in der anvisierten Klasse ein wichtiges Verkaufsargument. Zudem soll das Auto auf Autobahnen autonom fahren können.
Großserientechnik im Polestar 3 (2022)
Beim Thema Technik kann Polestar auf die Entwicklungen von Volvo und Geely zurückgreifen. Mit großer Sicherheit basiert der Polestar 3 auf der variablen Elektroarchitektur „SEA“ des Konzerns. Sie deckt künftig vom elektrischen Kleinwagen bis zum leichten Nutzfahrzeug alle Klassen ab. Auf den Anspruch des SUV passt die Mittelklasse-Variante „SEA1“. Sie ermöglicht einen Radstand von mehr als drei Metern.
Solche Architekturen drücken den Kostenaufwand in der Entwicklung. Das funktioniert so: Bei der Entwicklung eines variablen Unterbaus berücksichtigt der Hersteller verschiedene Antriebsarten, Leistungsstufen, Elektronik-Extras und Fahrzeuggrößen. Die aufwändigen Teile – Motoren, Akkus, Infotainmentsysteme, Leistungselektroniken – muss er dann für alle Derivate nur ein Mal konstruieren. Später kann er dann mit geringem Aufwand viele unterschiedliche Karosserien auf die minimal angepasste Architektur setzen.
Was künftig den Polestar 3 bewegt, lässt sich aus diesem Grund bereits heute an einem anderen Auto ablesen: Der Geely-Konzern baut bereits den Zeekr 001 auf der mutmaßlichen Architektur des neuen SUV. Seine Technik gibt einen recht konkreten Ausblick darauf, was das schnelle SUV antreiben könnte.
Polestar 3: So schnell wie ein Cayenne Turbo
Im stärksten Szenario sitzt an beiden Achsen je ein Elektromotor. Gemeinsam leisten sie 400 kW (alte Währung: 544 PS) sowie 768 Newtonmeter Drehmoment. Das ist genug Kraft, um sogar einem Porsche Cayenne Coupé Turbo Konkurrenz zu machen. Der Zeekr beschleunigt in 3,8 Sekunden auf Tempo 100. Trotz einer höheren Karosserie wird das Polestar-SUV kaum langsamer sprinten.
Wie bei Elektroautos üblich sitzt das Akkupaket zwischen den Achsen. Zur Debatte stehen zwei Größen: Bei Zeekr beträgt die Kapazität 86 oder 100 kWh. Polestar deutet für sein drittes Fahrzeug eine maximale Reichweite von mehr als 600 Kilometern an – ohne näher auf die Umstände einzugehen. Das deckt sich mit 606 Kilometern Norm-Reichweite des Zeekr. Es liegt nahe, dass Polestar seine Akku-Technik unverändert übernimmt.
Unklar ist bisher, wie schnell der Polestar 3 lädt. Die Architektur ermöglicht Spannungen von 400 oder 800 Volt – und damit Ladeströme von derzeit maximal 175 oder 350 kW. Je nach Ausstattung lädt die Geely-Architektur in 30 oder 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Um mit den Ladeleistungen von Audi und Tesla mithalten zu können, ist vor allem die schnelle Variante interessant.
Marktstart des Polestar 3: Oktober 2022
An diesen Konkurrenten wird sich auch der Preis des Polestar 3 orientieren – voraussichtlich eher am Audi. Der kostet mit 370 kW Motorleistung, flottem Dach („Sportback“) und 95 kWh Akkukapazität mindestens 96.050 Euro. Sollte der Polestar 3 seine Möglichkeiten voll ausschöpfen, wird er ähnlich teuer. Ein schwächeres Basismodell mit Heckantrieb weniger Reichweite könnte bei rund 65.000 Euro starten.
Gewissheit gibt es allerdings erst Anfang im Herbst 2022. Polestar hat die Weltpremiere für den Oktober angekündigt. Der Bestellstart soll im gleichen Moment erfolgen. Die Produktion des Autos beginnt Anfang 2023 in China und den USA.
Hier gibt es den Polestar zu kaufen
Polestar verfügt über kein nennenswertes Händlernetz in Deutschland. Wer einen Polestar kaufen möchte, hat seit Februar 2022 die Möglichkeit, sich die Fahrzeuge in sogenannten „Destinations“ in Leipzig und Köln anzuschauen. Dabei handelt es sich um permanente Showrooms, die „Polestar Spaces“ in den Stadtzentren ergänzen. Die „Destinations“ sind an größeren, leicht zugänglichen Standorten etwas außerhalb der Stadt angesiedelt.
Weiterführende Artikel
Kommentar zum BMW XM: Der alte, weiße Mann als Auto
- Meinung, Podcast und Video
Diese Elektro-Kleinwagen planen VW, Skoda und Cupra
- E-Mobilität, Technik & Co.
So fährt der Audi Q4 E-Tron (2021)
- Test